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Bundestagswahl: Wahlprüfsteine zur Medienbildung

Wie halten es die Parteien mit der Medienbildung und dem Jugendmedienschutz? Die Initiative Keine Bildung ohne Medien! und die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e.V. (GMK) haben nachgefragt.

So gibt es auch in diesem Wahljahr wieder die Wahlprüfsteine zur Förderung von Medienkompetenz und Medienbildung, die an die die zur Bundestagswahl antretenden Parteien verschickt wurden.

In den Wahlprüfsteinen wurde unter anderem gefragt:

  • Wie steht Ihre Partei zur Dringlichkeit der Umsetzung der KMK-Vorschläge „Bildung in der digitalen Welt“? Wie sieht die diesbezügliche Agenda aus?
  • Welchen Stellenwert misst Ihre Partei dem Einsatz von freier Software und Open Source zum Aufbau von IT-Angeboten im Bildungsbereich bei und welche entsprechenden Fördermaßnahmen planen Sie?
  • Wie steht Ihre Partei zu frühkindlicher Medienkompetenzvermittlung?
  • Inwiefern halten Sie technische Lösungen (Filterprogramme) sowie eine deutlich sichtbare Kennzeichnung von Internetseiten (Altersempfehlung) für geeignete Maßnahmen, Kinder und Jugendliche vor gefährdenden Inhalten – auch auf mobilen Endgeräten und unabhängig vom Betriebssystem – zu schützen?


Mittlerweile haben sich die CDU/CSU, SPD, Die Grünen, FDP sowie die Piratenpartei zu den Fragen geäußert. Bei der Frage nach technischen Lösungen zum Jugendmedienschutz stimmten alle Parteien darin überein, dass Eltern die Hauptverantwortung für den Umgang mit Medien tragen und dementsprechend unterstützt werden müssen. Dem Einsatz technischer Lösungen beurteilten die Parteien mit unterschiedlichen Ansichten.

Zur frühkindlichen Medienkompetenzvermittlung hatten die Parteien sehr unterschiedliche Auffassungen. Die SPD will konkret die Ausstattung von Kitas verbessern und Medienkompetenz zum Bestandteil der Erzieherinnen-Ausbildung machen. Auch die FDP fordert, dass Medienbildung selbstverständlicher Bestandteil der frühkindlichen Bildung ist, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen. Die CDU/CSU verweist auf bereits bestehende Projekte, wie die Initiative „Ein Netz für Kinder“, „Gutes Aufwachsen mit Medien“ und die Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte WiFF. Die Grünen sehen hingegen die Verantwortung bei den Eltern und fordern niedrigschwellige Maßnahmen zur Medienkompetenzförderung von Eltern.

04.09.2017