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12.04.2017 | Birte Rosink

Smepper führen Interviews mit Migranten und Geflüchteten

Bild: Birte Rosink/LMZ

Um Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund die Integration zu erleichtern und sie beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen, werden verschiedene Bildungsangebote bereitgestellt. Diese finden teilweise, wie der Integrationskurs am Albeck Gymnasium in Sulz am Neckar, an Schulen statt. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums sind neugierig und haben Fragen an die Besucher/-innen an ihrer Schule. Diese Fragen haben die Schülermedienmentorinnen und -mentoren (Smepper) des Albeck Gymnasiums aufgegriffen.

 

Gemeinsam mit Albrecht Ackermann, einem der erfahrenen LMZ-Referenten, beschäftigten sich die Smepper mit der Migrations-, bzw. teilweise Fluchtthematik der Besucher/-innen und erarbeiteten Fragen, die sie ihnen im Interview stellten:

  • Woher kommen Sie ursprünglich?
  • Warum sind Sie nach Deutschland gekommen?
  • Wie sind Sie nach Deutschland gekommen?
  • Sind Sie alleine oder mit der Familie gekommen?
  • Wie gefällt es Ihnen in Deutschland?
  • Wie kommen Sie mit der deutschen Sprache zurecht?
  • Wie schmeckt Ihnen das deutsche Essen?
  • Was sind Ihre weiteren Pläne in Deutschland?
  • Möchten Sie irgendwann wieder zurück in Ihre Heimat?
  • Wen oder was vermissen Sie aus Ihrem Heimatland?

Zu Beginn waren die Smepper noch etwas schüchtern und nervös. Durch die offene Art ihrer Interviewpartner/-innen, die sich offensichtlich über das Interesse der Schülergruppe freuten, löste sich die Nervosität und Schüchternheit aber schnell auf. Teilweise entwickelte sich das Interview von einem bloßen Fragenkatalog hin zu einem lockeren Gespräch.

Bild: Birte Rosink/LMZ

Die Interviewten beantworteten offen die Fragen und stellten sich sogar mehrfach für unterschiedliche Reportergruppen zu Verfügung. Die meisten von ihnen stammen aus unterschiedlichen Herkunftsländern und nicht alle haben einen Fluchthintergrund. Einige sind aus anderen Gründen wie beispielsweise der eigenen beruflichen Tätigkeit oder der des Partners oder der Partnerin nach Deutschland gekommen und haben sich bewusst dafür entschieden, im deutschen Kulturkreis zu leben. Daher geht es in dem Integrationskurs in erster Linie um das Erlernen der deutschen Sprache. In einigen Beiträgen forderten die Jugendlichen ihre Gesprächspartner/-innen dennoch dazu auf, sich in deren Muttersprache vorzustellen und zeigten so ihr Interesse an deren Kultur.

 

Im Anschluss an die Interviews berichteten die Schülerinnen und Schüler, wie sehr sie von den Aussagen der Interviewpartner/-innen gerührt waren. Zudem waren sie überrascht über die guten Deutschkenntnisse der Migrantinnen und Migranten.

 

Nachdem die Interviews abgeschlossen waren, überarbeiteten die Mentorinnen und Mentoren die einzelnen Sequenzen. Die Schülerinnen und Schüler berieten in Kleingruppen darüber, welche Sequenzen sie gerne nutzen mochten und in welcher Reihenfolge diese geschnitten werden sollten. Stotterer und Wiederholungen wurden entfernt und die einzelnen Sequenzen zu Interview-Beiträgen zusammengeschnitten. Eine Schülergruppe verwendete in ihrem Beitrag thematisch gegliederte Abschnitte aus verschiedenen Interviews, um so ein Stimmungsbild zu erstellen.

 

Mit den Interviews, welche die Smepper ihren Mitschüler/-innen zur Verfügung stellen, möchten sie erste Kontakte zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Integrationskurses herstellen. Auf diese Weise können Berührungsängste und Vorurteile abgebaut und die Integration verschiedener Kulturen und Lerngruppen gefördert werden.

 

Einige Ergebnisse der Aktion können hier gehört werden:

Im Rahmen des Schüler-Medienmentoren-Programms der Initiative Kindermedienland absolvierten die Schülerinnen und Schüler des Albeck-Gymnasiums die Ausbildung SMEP Classic. Hierbei haben sie gelernt, wie sie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler bei der aktiven Arbeit mit Medien unterstützen können. Inhalte der Ausbildung liegen in den Bereichen Print, Audio, Video und Präsentation sowie Projektmanagement und Gruppenführung.

 

Ebenso wie in den anderen Programmen des LMZ wird beim Schüler-Medienmentoren-Programm die Zusammenarbeit mit Migranten und Geflüchteten gefördert und es werden Angebote für verschiedene Zielgruppen zur Verfügung gestellt.

Außerschulische Pädagogik, Geflüchtete / Migranten, Lehrkräfte

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